Biografien

Schinkel, Karl-Friedrich

* 13.03.1781 in Neuruppin
† 09.10.1841 in Berlin
Bedeutendster deutscher Architekt des Klassizismus.

Im Jahre 1781 in Neuruppin (Brandenburg) geboren, besuchte er dort von 1792 bis 1794 die Schule und zog mit der Familie 1794 nach Berlin, wo er das Gymnasium besuchte. Im Jahre 1797 beschließt Schinkel, Architekt zu werden. Es folgen 1798 erste Entwürfe und Beginn der Lehre bei David Gilly. Er studiert von 1799 bis 1800 an der neugegründeten Bauakademie, 1802 gestaltet er das Schloss Buckow um und entwirft das Schloß Köstnitz. Im Jahre 1803 lernt Schinkel auf einer Italienreise in Rom Wilhelm von Humboldt kennen. Dort plant er 1804 ein Werk über die italienische Architektur. 1805 kehrt er nach einem Aufenthalt in Paris nach Berlin zurück und arbeitet dort 1806 bis 1815 für das Diorama von Wilhelm Gropius. 1810 tritt er in die königliche Bauverwaltung ein, es entstehen u.a. Entwürfe für die Begräbniskapelle der Königin Luise. Im Jahre 1811 wird er Mitglied der Akademie der bildenden Künste. Ab 1812 beschäftigt er sich intensiv mit gotischer Architektur und Malerei, entwirft 1813 den Umbau des Nationaltheaters am Gendarmenmarkt, 1814 einen „Dom der Freiheit“. Im Jahre 1815 übernimmt Schinkel wichtige Aufgaben in der Oberbaudeputation. Es entstehen in diesem Jahr auch Dekorationen für die "Zauberflöte" (weitere Bühnendekorationen später bis 1830) und ein Gutachten über die Erhaltung historischer Monumente. 1816 besucht er Goethe, es folgt ein Aufenthalt in den Niederlandes, der Entwurf für die Neue Wache (ausgeführt bis 1818) entsteht. Der Entwurf für den Umbau des Berliner Rathauses folgt 1817. Im Folgejahr entstehen die Entwürfe für das Schauspielhaus und das Kreuzberg-Denkmal, die bis 1821 ausgeführt werden. Im Jahre 1819 wird er Mitglied der Technischen Deputation für Gewerbe, der Entwurf für die Schlossbrücke (ausgeführt bis 1824) entsteht. 1820 reist Schinkel nach Weimar und beginnt die Umgestaltung des Schlosses Tegel (bis 1824). Danach folgen 1821 erste Entwürfe für die Friedrich- Werdersche Kirche (verändert ausgeführt bis 1831) und die Veröffentlichung der "Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker“ beginnt. 1822 erarbeitet Schinkel einen Entwurf für das Museum am Lustgarten (ausgeführt bis 1831) und das Jagdschloss Antonin (bis 1824). Im Jahr der Fertigstellung wird er Associé étranger am Institut de France, unternimmt seine 2. Italienreise, gestaltet den Pavillon in Charlottenburg (bis 1825) und beginnt die Arbeiten am Schloss Glienicke (bis 1827) sowie den Wohnräumen im Berliner Schloss (bis 1826). 1825 entstehen die Entwürfe für den Packhof, der bis 1832 ausgeführt wird, sowie das Theater in Hamburg. Das Jahr 1826 wird geprägt durch Reisen nach Paris und England, die Entwürfe für Stadt-Häuser und den Charlottenhof (bis 1828) sowie die Nikolaikirche in Potsdam (ausgeführt von 1830 bis 1837). Er baut 1828 das Palais Redern sowie das Haus Feilern um, im Folgejahr das Palais Prinz Albrecht, das Gärtnerhaus in Potsdam sowie die Kapelle in Peterhof. Schinkel wird 1830 Geheimer Oberbaurat und reist viel. Von 1831 bis 1836 lehrt er an der Bauakademie, 1833 beginnen die Arbeiten an den Römischen Bädern sowie am Schloss Babelsberg und die Rekonstruktion der Villen nach Plinius. Im Jahre 1834 entsteht der Entwurf für einen Palast auf der Akropolis. Dann beginnen erste Anzeichen einer Krankheit, 1836 Kuraufenthalt und Erstellung der Entwürfe für die Kirche von Königsberg, die bis 1845 ausgeführt werden. 1838 folgt ein letzter Entwurf für das Denkmal Friedrich des Großen in Potsdam. Er stirbt 1841 in Berlin.