Biografien

Thorak, Josef

* 07.02.1889 in Salzburg
† 26.02.1952 in Hartmannsberg am Chiemsee
Bildhauer.

Als Sohn eines Töpfermeisters geboren, lernt Josef Thorak in der väterlichen Werkstatt das Töpferhandwerk. Im Alter von 23 Jahren besucht er in Wien die Kunstakademie. 1915 geht er nach Berlin, um dort das Kunststudium fortzusetzen. Ab 1918 verdient sich Thorak als freischaffender Bildhauer seinen Unterhalt. In dieser Zeit entstehen vorwiegend Arbeiten aus Wachs, da Josef Thorak kein Geld für die Bronzegüsse hat. Auftraggeber fand Thorak zuerst im öffentlichen Raum. 1928 erhält er für sein Werk den Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste. Von Albert Speer vergebene Großaufträge schließen sich an. Die aufkeimende Euphorie durch die Zuwendung Speers wird jedoch vorübergehend gedämpft. 1935 stößt Thorak auf Widerstand in Berlin. Die Jury für die künstlerische Ausgestaltung des Reichssportfeldes mit Olympiastadion lehnt es ab, Werke des Österreichers zu berücksichtigen. Erst nach dem Hinweis aus der NSDAP, dass Hitler die Arbeiten des Bildhauers schätze, wird die Haltung revidiert. Seitdem ist der Aufstieg Thoraks mit zahlreichen Aufträgen gesichert. Er gestaltet Monumente für öffentliche Bauten, Autobahnen und die bekannten Pferde für die Terrasse der Neuen Reichskanzlei. Auch international macht er sich einen Namen mit den Reliefs für das Kemal Atatürk-Denkmal in Ankara. Zu den Porträtbüsten, die Thorak schuf, gehören Bildnisse von Friedrich Nietzsche, Adolf Hitler und Benito Mussolini. Ein Paracelsus-Denkmal von Thorak steht heute noch in Salzburg. 1944 beteiligt sich Thorak das letzte Mal an einer offiziellen Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München mit sieben Arbeiten. Nach dem großen Ruhm als Staatskünstler lebt Thorak ab Mai 1945 völlig zurückgezogen und weitgehend isoliert in Bayern. 1949 wird er von Bekannten als "gebrochener Mann" geschildert. 1951, ein Jahr vor seinem Tod, wollen Kunstliebhaber den Bildhauer nochmals ehren. Am 20. Oktober wird in München eine Ausstellung mit Werken von Altmeistern der Kunst aus der NS-Zeit eröffnet. Darunter waren neben Thorak auch Sepp Hilz und andere vertreten. Es gab öffentliche Proteste gegen diese Ausstellung im einstigen Haus der Deutschen Kunst, in dem Thorak, wie Georg Kolbe und Arno Breker, früher regelmäßig bei den großen Kunstausstellungen präsent war. Der Künstler ist über die Attacken gegen ihn verbittert. Der bayerische Kultusminister Josef Schwalber fordert demokratische Toleranz und die im Grundgesetzt verbürgte Freiheit der Kunst ein. Er tritt den Protesten mit dem Argument entgegen: "Es können Bilder nicht deshalb verboten werden, weil sie einmal Nazigrößen gefallen haben." Am 26. Februar 1952 verstirbt Thorak in Hartmannsberg am Chiemsee.