Biografien

Goebbels, Joseph

* 29.09.1897 in Rheydt (Rheinland);
† 01.05.1945 in Berlin
Politiker.

Goebels wächst gemeinsam mit fünf Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf und behält nach einer Erkrankung in der frühen Kindheit lebenslang einen verkrüppelten Fuß. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldet er sich als Freiwilliger. Er wird jedoch aufgrund seiner Gehbehinderung als wehruntauglich abgelehnt. Goebbels studiert 1917–21 Germanistik, Altphilologie und Geschichte in mehreren deutschen Städten. Im Jahre 1921 promoviert er in Germanistik an der Bonner Universität. 1921-24 versucht Goebbels vergeblich, eine Anstellung als Journalist oder Dramaturg zu erhalten. Er wird auch von zahlreichen renommierten Verlagshäusern abgelehnt. Am 21. August 1924, gründet Goebbels in Mönchengladbach eine Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands, einer Tarnorganisation der seit dem Hitler-Putsch verbotenen NSDAP. Vom 1. Oktober bis 20. Januar 1925 ist er Schriftleiter der Wochenzeitung "Völkische Freiheit" und seit März 1925 Mitglied des Vorstandes des Gaus Rheinland-Nord der NSDAP. Schon im September wird er Gaugeschäftsführer und Schriftleiter der "Nationalsozialistischen Briefe", die als Organ des antikapitalistischen Flügels der NSDAP um Gregor und Otto Strasser die zentralistische Parteiführung Adolf Hitlers kritisieren. Auf einer Führertagung in Bamberg ordnet sich Goebbels 1926 bedingungslos Hitler unter und wendet sich damit gegen die Brüder Strasser. Im Oktober desselben Jahres ernennt Hitler Goebbels zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg. Im Juli 1927 erscheint die erste Ausgabe der von Goebbels gegründeten NS-Propagandazeitung "Der Angriff“. Goebbels ist von 1928-45 Mitglied des Reichstags. 1930 wird er zum Reichspropagandaleiter ernannt. Goebbels' Hauptaufgabe ist die propagandistische Vorbereitung der Reichstagswahlen 1930 und 1932. 1931 heiratet Goebbels Magda Quandt (geb. Behrendt) in Berlin, Trauzeuge ist unter anderem Hitler. Die Ehe, in der sich Magda Goebbels auf die Führung des Haushalts und die Erziehung der sechs gemeinsamen Kinder beschränkt, wird als mustergültige Verbindung propagiert. 1932 organisiert Goebbels anlässlich der bevorstehenden Reichstagswahlen die Deutschlandflüge Hitlers, die den "Führer" innerhalb eines Monats in über 50 Städte des Reichs führen. Goebbels übernimmt den im August 1930 von der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und vom "Stahlhelm" gegründeten und seit März 1932 ausschließlich nationalsozialistisch beherrschten "Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer für Kultur, Beruf und Volkstum". Im März 1933 wird Goebbels Leiter des neuerrichteten "Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda". Er ist damit jüngster Minister im Kabinett und konzentriert sich besonders auf den Film und den Rundfunk als Instrumente der Massenbeeinflussung. Im selben Jahr organisiert Goebbels vom 1. bis 4. April die Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte in Deutschland. Eine Rede von Goebbels ist das Startsignal für die Gewalttätigkeiten an der jüdischen Bevölkerung in der Reichskristallnacht. Am 26. Mai 1940 erscheint die erste Ausgabe der von Goebbels gegründeten Wochenzeitung "Das Reich". Als Reichspropagandaminister verfasst er zahlreiche Leitartikel, die sich vor allem an die gebildeten Schichten des In- und Auslands wenden. Am 18. Februar 1943 ruft Goebbels in seiner Rede im Berliner Sportpalast zum "Totalen Krieg" auf. Der Staatsstreich vom 20. Juli 1944 wird maßgeblich durch Goebbels' reaktionsschnelles Handeln zum Scheitern gebracht. Er verkündet über den Rundfunk das Misslingen des Anschlags und vermittelt Telefonate Hitlers mit dem zuvor unentschlossenen Major Ernst Remer. Hitler ernennt Goebbels wenig später zum "Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz". 1945 begibt Goebbels sich dann mit seiner Familie in das Berliner Führerhauptquartier, um an der Seite Hitlers zu sein und ist am 29. April Trauzeuge bei der Hochzeit von Adolf Hitler und Eva Braun im Berliner Führerhauptquartier. Nach der Verhaftung Görings bestimmt Hitler testamentarisch Goebbels zu seinem Nachfolger im Reichskanzleramt. Am 1. Mai betäubt der SS-Arzt Helmut Kunz auf Veranlassung von Magda Goebbels deren sechs Kinder. Nach der Ermordung ihrer Kinder begehen Joseph Goebbels und seine Frau Selbstmord im Führerhauptquartier in Berlin.