Biografien

Breker, Arno

* 19.06.1900 in Elberfeld
† 13.02.1991 in Düsseldorf
Bildhauer, Graphiker und Architekt

Arno Breker legt von 1916 - 1920 die Steinbildhauerlehre ab und besucht die Kunstgewerbeschule in Elberfeld, um anschließend bis 1925 an der Kunstakademie in Düsseldorf zu studieren. 1927 unternimmt Arno Breker eine Nordafrikareise, auf der die Radierungen- und Lithographienfolge "Tunesische Reise" entsteht. Breker entwickelt ein Gussverfahren der "reinen Form" ohne Oberflächenunebenheiten, das für die idealisierende Typisierung des Schaffens im Nationalsozialismus stilprägend wird. Zwischen 1927 und 1933 unternimmt Arno Breker mehreren Paris-Reisen und lässt sich als Bildhauer in der Stadt nieder. 1933 erhält er den Rom-Preis des preußischen Kulturministeriums und verbringt ein Jahr in der Villa Massimo. 1934 siedelt Arno Breker nach Berlin um und nimmt 1935 an der Ausstellung der "Berliner Secession" teil. Weiterhin beteiligt sich Arno Breker 1936 an der Olympischen Kunstausstellung in Berlin. Breker gewinnt beim Plastik-Wettbewerb die Silbermedaille des Internationalen Olympischen Komitees für die Statuen "Zehnkämpfer" und "Die Siegerin". Damit erlangt er - zuvor als "Franzose" kritisiert - höchste offizielle Aufmerksamkeit. So kann er 1937 für die Weltausstellung in Paris die Skulpturen für den Deutschen Pavillon fertigen und wird Mitglied der internationalen Jury. Arno Breker heiratet im selben Jahr die Griechin Demetra Messala. Von 1937 an ist Arno Breker Professor einer Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und erhält ab 1938, mit dem Bau der Neuen Reichskanzlei beginnend, in Zusammenarbeit mit Albert Speer zahlreiche Staatsaufträge. Auf ausdrücklichen Wunsch Adolf Hitlers, mit dem er auch in persönlichem Kontakt steht, ist er für den geplanten Ausbau Berlins tätig. Hierfür wird ihm ein eigenes Großraumatelier in Berlin-Dahlem errichtet. Er fertigt dort unter anderem Skulpturen und Reliefs für die Neue Reichskanzlei und andere öffentliche Gebäude an, wie beispielsweise die allegorische Darstellung "Kameraden". Im Jahre 1939 begibt sich Arno Breker zur Studienreise nach Italien und erhält ein Arbeitsangebot von Josef W. Stalin für die Sowjetunion. 1940 wird Arno Breker der Große Preis von Italien verliehen und er wird Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Im NS-Staatsauftrag werden 1941/42 die "Arno Breker Steinbildhauerwerkstätten" gegründet, in denen unter der Leitung eines Beauftragten Speers Kriegsgefangene Brekers Modelle, wie die "Hitler-Büste" von 1941, umsetzen und vervielfältigen müssen. Auf Einladung der französischen Vichy-Regierung erhält Arno Breker 1942 eine große Einzelausstellung in der "Orangerie" in Paris. Nach Ende des Krieges 1945 flieht Breker nach Wemding (Bayern). Rund 90 Prozent seines Werks sind zerstört. Trotz seiner früheren privilegierten Stellung wird Breker 1948 bei der "Entnazifizierung" als "Mitläufer" eingestuft, da er sich mehrmals für Verfolgte des Regimes, wie Pablo Picasso und Peter Suhrkamp, eingesetzt hat. Arno Breker kehrt 1950 zurück nach Düsseldorf, wo er als Architekt am Wiederaufbau beteiligt ist. Arno Breker heiratet 1958 Charlotte Kluge und richtet 1960 ein Atelier in Paris ein, wo er wieder als Bildhauer und Graphiker tätig ist. 1980 wird durch die Bundesregierung das Schloss Nörvenich bei Köln zum Aufbau eines "Museum Arno Breker - Sammlung Europäische Kunst" bereitgestellt. 1985 wird dieses eröffnet. 1981 beteiligt sich Arno Breker mit einem Entwurf an der Ausstellung "Paris 1937-47". Er muss seinen Entwurf aufgrund massiver Proteste zurückziehen, woraufhin er sich deutlich vom Nationalsozialismus distanziert. Die "Arno Breker Society International" wird in den USA gegründet. Arno Breker stirbt am 13. Februar 1991 in Düsseldorf.