Biografien

Speer, Albert

* 1905 in Mannheim
† 1981 in London
Architekt

Albert Speer studierte an den technischen Hochschulen in Karlsruhe, München und Berlin und wurde anschließend Assistent bei Heinrich Tessenow. Er bekam seine Lizenz als Architekt im Jahre 1927. Es folgte eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit und so verwaltete er die Immobilien seines Vaters in Heidelberg. Nachdem er 1930 in Berlin eine Ansprache Hitlers gehört hatte, trat er im Jahr 1931 der NSDAP bei. Durch seinen Freund Hanke, der zu dieser Zeit der Organisationsleiter des Berliner Gaues war, bekam Albert Speer seinen ersten Bauauftrag für die NSDAP. Er gestaltete das von ihr neu erworbene "Berliner Gauhaus" in der Vossstraße 11 um.
Doch erst nach dem er einen Anbau an Goebbels neuer Villa in Rekordzeit vollendet hatte, konnte er Hitlers Aufmerksamkeit erwecken. 1933 wurde der Architekt Paul Ludwig Troost von Hitler beauftragt, die Alte Reichskanzlei um- und auszubauen. Hitler ernannte den jungen Albert Speer zum Bauleiter, da der Münchner Troost keine Verbindungen zu den Berliner Baubetrieben hatte. Speer arbeitete so in engster Umgebung von Hitler, der zu dieser Zeit ein Zimmer im benachbarten Erweiterungsbau bewohnte. Albert Speer erschien immer öfter auf Empfängen oder beim Mittagessen mit Hitler. Er erhielt bald Prestige fördernde Aufträge, beispielsweise den Programmablauf des Nürnberger Kongresses von 1934, gefilmt von Leni Riefenstahl, bei dem er u.a. den bekannten Lichtdom entwarf. Des Weiteren entwarf er in Nürnberg das Zeppelinfeld und organisierte die Gesamtgestaltung der Anlage. 1937 wurde Albert Speer von Adolf Hitler zum "Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt", kurz GBI, ernannt. Damit wurde er von Hitler beauftragt, Berlin in Germania umzugestalten. Albert Speer überarbeitete dafür Skizzen von Hitler und entwarf einige Hauptgebäude für die neue Prachtstraße. Seine Hauptaufgabe war jedoch die Koordinierung der verschiedenen Architekten und Künstler. Parallel zu den Arbeiten an Germania wurden von ihm bereits seit 1937 Entwürfe für den Neubau der Reichskanzlei gefertigt. Den offiziellen Bauauftrag erhielt Albert Speer aber erst 1938. Speer bewies an diesem Bau sein unglaubliches Organisationstalent. Er schuf den zu dieser Zeit größten Neubau Europas in einem Jahr.
Da Hitler erkannte, dass in Speer ein großer Organisator steckte und er ihn inzwischen einen Vertrauten nennen konnte, ernannte er ihn 1942 nach dem tödlichen Unfall von Todt zum Rüstungsminister. Unter seiner Direktion erlangte die ökonomische Produktion 1944 ihren Höhepunkt, obwohl Deutschland von den Alliierten Mächten bombardiert wurde. In den letzten Monaten wandte sich Speer entschieden gegen Hitler und seinen Plan, die Industrieanlagen und lebenswichtige Einrichtungen zu zerstören und sabotierte sie unter Todesgefahr. Nach Ende des Krieges wurde Speer 1946 bei den Nürnberger Prozessen zu 20 Jahren Haft verurteilt, da man ihn für die Lebensumstände der Zwangsarbeiter mitverantwortlich machte. Er schrieb während seiner Zeit im Gefängnis seine Memoiren. 1966 wurde Albert Speer aus dem Gefängnis in Spandau entlassen und war anschließend ein sehr begehrter Zeitzeuge für Historiker und Shows. Albert Speer starb 1981 während einer Interviewreise in London.